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3 April 2024

Mit den Klimaschutzverträgen plant die Bundesregierung die Förderung der Differenzkosten zu garantieren. Dadurch sollen Mehrkosten klimafreundlicher Produktionsverfahren gegenüber herkömmlichen Verfahren ausgeglichen werden und so ein weiterer Anreiz für die Umstellung auf nachhaltige Prozesse geschaffen werden. Fördermittelgeber ist das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK).

Wie können Unternehmen von den Klimaschutzverträgen profitieren und welche Kosten werden abgedeckt?

Die Klimaschutzverträge zielen darauf ab, die zusätzlichen Kosten zu übernehmen, die Unternehmen beim Übergang zu emissionsärmeren Produktionsmethoden entstehen. Diese Kostenübernahme umfasst typischerweise:

  1. Investitionskosten (Capex): Die Klimaschutzverträge können dazu beitragen, die höheren Anschaffungs- und Installationskosten für neue Technologien, die weniger Emissionen produzieren, zu decken. Dies schließt Kosten für den Kauf und die Implementierung von umweltfreundlicheren Maschinen und Anlagen ein.
  2. Betriebskosten (Opex): Zusätzlich unterstützen die Verträge die Deckung der Betriebskosten, die durch den Einsatz nachhaltigerer Technologien entstehen können. Dazu gehören höhere Ausgaben für Energie, Wartung und möglicherweise erforderliche spezielle Rohstoffe, die in umweltfreundlicheren Prozessen verwendet werden.
  3. Preisdifferenz: Die Verträge decken die Differenz zwischen den Kosten der CO2-intensiveren und der nachhaltigeren Produktionsmethoden ab. Diese Unterstützung richtet sich nach dem Prinzip, dass die Differenz der CO2-Kosten zwischen konventionellen und umweltfreundlicheren Technologien ausgeglichen werden.
Abb.: Beispiel Kostendifferenz zwischen Wasserstoff- und Erdgastechnologien

Diese Grafik verdeutlicht die finanziellen Herausforderungen bei der Einführung von Wasserstofftechnologien im Vergleich zu Erdgas anhand des folgenden Beispiels:

  • Investitionskosten (Capex): Der Aufbau einer Wasserstoffanlage kostet 150 Millionen Euro, im Vergleich zu 100 Millionen Euro für eine Erdgasanlage, was eine Differenz von 50 Millionen Euro darstellt.
  • Betriebskosten (Opex): Die Betriebskosten für eine Wasserstoffanlage belaufen sich auf 50 Millionen Euro, gegenüber 10 Millionen Euro bei Erdgas, was zu einer zusätzlichen Belastung von 35 Millionen Euro führt.

Diese Kostenbeispiele zeigen, warum Unternehmen anfangs zögern könnten, in umweltfreundlichere Technologien zu investieren. Die höheren Anfangsinvestitionen und laufenden Kosten sind deutliche finanzielle Herausforderungen. Das Förderprogramm Klimaschutzverträge zielt darauf ab, diese finanzielle Lücke zu schließen, indem es Unterstützung bietet, die diese zusätzlichen Kosten teilweise ausgleicht. Dies erleichtert den Unternehmen den Übergang zu grüneren Technologien und unterstützt sie dabei, langfristig umweltbewusst und wirtschaftlich effizient zu agieren.

Zusammengefasst sorgen Klimaschutzverträge dafür, dass Unternehmen, die in Technologien zur Reduktion von Treibhausgasemissionen investieren, finanziell unterstützt werden, um die Wirtschaftlichkeit dieser Investitionen zu verbessern und das Risiko zu minimieren. Dadurch wird der Anreiz geschaffen, in grünere Technologien zu investieren und einen Beitrag zum Umweltschutz zu leisten, ohne die finanzielle Stabilität des Unternehmens zu gefährden.

Klimaschutzverträge beginnen mit entscheidender erster Gebotsrunde


Am 12. März 2024 kündigte Dr. Robert Habeck, Bundesminister für Wirtschaft und Klimaschutz, den Beginn der ersten Gebotsrunde für die Klimaschutzverträge an, auch bekannt als Carbon Contracts for Difference (CCfD). Im Rahmen des vorbereitenden Verfahrens im Sommer 2023 haben sich zahlreiche Unternehmen aus emissionsintensiven Branchen engagiert. Wichtig zu beachten ist, dass an der aktuellen Gebotsrunde nur Unternehmen teilnehmen können, die bereits im letzten Jahr am vorbereitenden Verfahren beteiligt waren. Diese Unternehmen sind nun dazu aufgerufen, ihre Gebote für die Bereitstellung von Fördermitteln einzureichen. Für diese erste Runde stehen insgesamt 4 Milliarden Euro zur Verfügung. Zukünftig sind weitere Runden geplant. Nehmen Sie gerne Kontakt mit uns auf, wenn Sie bei dem Gebotsverfahren oder bei neuen Aufrufen Unterstützung benötigen.

Was sind die Ziele des Förderprogramms?

Die Klimaschutzverträge sind darauf ausgelegt, Deutschland auf dem Weg zur Klimaneutralität bis 2045 entscheidend voranzubringen und dienen als wesentliches Instrument, um die emissionsintensive Industrie bei der Transformation ihrer Produktionsprozesse zu unterstützen:

  • Reduktion von Treibhausgasemissionen: Ein zentrales Ziel der Klimaschutzverträge ist die signifikante Reduktion der CO2-Emissionen. Bis 2045 sollen insgesamt 350 Millionen Tonnen CO2 eingespart werden, was einer jährlichen Reduktion von bis zu 20 Megatonnen CO2 entspricht.
  • Förderung technologischer Innovation: Neben unmittelbaren Emissionsreduktionen zielen die Klimaschutzverträge darauf ab, die Entwicklung und Implementierung moderner, klimafreundlicher Technologien zu fördern. Besonderer Fokus liegt auf dem Einsatz von grünem Wasserstoff, der strengen umwelttechnischen Standards entsprechen muss, um als nachhaltig anerkannt zu werden.
  • Wirtschaftliche Effizienz und Sicherheit: Die Klimaschutzverträge bieten Unternehmen finanzielle Sicherheit und unterstützen sie dabei, die wirtschaftlichen Risiken, die mit dem Übergang zu saubereren Technologien verbunden sind, zu minimieren. Durch die Bereitstellung von Fördermitteln über einen Zeitraum von 15 Jahren werden Investitionen in neue Technologien und Verfahren erheblich erleichtert, was die langfristige Planbarkeit und Wettbewerbsfähigkeit deutscher Unternehmen stärken soll.

Diese Ziele reflektieren das umfassende Engagement des BMWK, den industriellen Sektor nicht nur an die aktuellen Klimarealitäten anzupassen, sondern auch aktiv an der Gestaltung einer nachhaltigen und wettbewerbsfähigen industriellen Zukunft Deutschlands zu arbeiten.

Wie ist der Fördermechanismus ausgestaltet?

Das BMWK hat ein Auktionsverfahren eingeführt, um die Vergabe der Fördermittel zu optimieren. In diesem Prozess geben Unternehmen Gebote ab, die spezifizieren, wie viel finanzielle Unterstützung sie benötigen, um eine Tonne CO2 zu vermeiden. Die Zuschläge erhalten diejenigen Unternehmen, deren Technologien die CO2-Einsparungen am kosteneffizientesten erreichen können. Dies fördert ein wettbewerbsorientiertes Klima und sichert gleichzeitig, dass die verfügbaren Mittel optimal genutzt werden. Im Gegenzug entfallen die sonst üblichen Dokumentations- und Nachweispflichten, die zu einer hohen Belastung von Unternehmen und zu aufwändigen Bewilligungsverfahren führen.

Die Klimaschutzverträge gleichen nicht nur die Mehrkosten für klimafreundliche Produktionsverfahren aus, sondern bieten auch eine Absicherung gegen die volatilen Preise von entscheidenden Rohstoffen wie Wasserstoff. Dies bietet Unternehmen eine finanzielle Stabilität und verringert das Risiko langfristiger Investitionen.

Wer ist antragsberechtigt?

Berechtigt zur Teilnahme an den Klimaschutzverträgen sind große CO2-Emittenten aus industriellen Sektoren, wie z.B. die Papier-, Glas-, Chemie- und Stahlindustrie. Diese Branchen stehen oft vor besonders großen Herausforderungen bei der Reduktion ihrer Emissionen aufgrund der Natur ihrer Produktionsprozesse. Im Detail:

  • Unternehmen der energieintensiven Industrien mit Standort in Deutschland.
  • KMUs und größere Unternehmen, die signifikante CO2-Emissionen aufweisen.
  • Konsortien aus Industrie und Forschung, die gemeinsam innovative Lösungen zur CO2-Reduktion entwickeln und umsetzen möchten.

Was sind Voraussetzungen für die Förderung?

Bewerber müssen am vorbereitenden Verfahren teilgenommen haben, um für das nachfolgende Gebotsverfahren zugelassen zu werden. Diejenigen, die nicht teilgenommen haben oder die erforderlichen Informationen nicht vollständig und rechtzeitig eingereicht haben, werden vom Gebotsverfahren ausgeschlossen, was als materielle Ausschlussfrist bezeichnet wird.

Bewertungskriterien:

  • Kosteneffizienz der Förderung: Gebote werden daraufhin bewertet, wie kosteneffektiv das Projekt die Förderziele im Vergleich zu anderen Geboten erreichen kann. Dies umfasst die Analyse der benötigten Subvention pro Einheit der Treibhausgasreduktion.
  • Relative Treibhausgasemissionsreduktion: Projekte werden hinsichtlich ihrer potenziellen und tatsächlichen Wirksamkeit bei der Reduktion von Treibhausgasemissionen bewertet, verglichen mit dem Basis-Szenario oder anderen Technologien.
  • Finanzielle Vorqualifikation: Bewerber müssen einen Nachweis über eine Sicherheitsleistung erbringen, die 0,1% des beantragten maximalen Gesamtförderbetrags entspricht. Dies dient als finanzielle Vorqualifikation, um sicherzustellen, dass die Bewerber über die notwendige finanzielle Stabilität und Verpflichtung verfügen, um die vorgeschlagenen Projekte durchzuführen.

Diese Kriterien gewährleisten, dass nur gut vorbereitete und finanziell stabile Bewerber in die Gebotsphase gelangen und dass die für die Förderung ausgewählten Projekte effektive und effiziente Emissionsreduktionen bieten, die mit den übergeordneten Zielen der Klimaschutzverträge übereinstimmen.

Wie lang ist der Umsetzungszeitraum?

Die Klimaschutzverträge haben eine Laufzeit von 15 Jahren, beginnend mit dem operativen Start des Projekts. Die Bewilligungsbehörde kann die Frist auf Antrag verlängern, falls unvorhersehbare Ereignisse wie höhere Gewalt eine Verzögerung verursachen .

Was sind die förderfähigen Kosten?

Die förderfähigen Kosten beinhalten speziell die zusätzlichen Ausgaben, die durch die Implementierung von emissionsarmen Produktionsprozessen entstehen. Diese Kosten werden in Relation zu einem entsprechenden Referenzsystem bewertet und umfassen:

  • Investitionen in neue Technologien Kosten für die Anschaffung und Installation von Technologien, die eine effizientere und emissionsärmere Produktion ermöglichen.
  • Anpassung bestehender Anlagen: Ausgaben für die Modifikation und Optimierung vorhandener Produktionsanlagen, um die Emissionswerte zu senken.
  • Umstellungsprozesse: Kosten, die durch den Übergang zu umweltfreundlicheren Produktionsverfahren entstehen, einschließlich eventueller Schulungen für das Bedienpersonal.
  • Vergleich mit Referenzsystemen: Die zusätzlichen Kosten werden im Vergleich zu den Kosten eines konventionellen, weniger umweltfreundlichen Systems betrachtet, um die spezifische Förderwürdigkeit zu bestimmen.

Ausblick

Das Gebotsverfahren, das am 12. März 2024 eingeleitet wurde, läuft über einen Zeitraum von vier Monaten. Für den Sommer 2024 ist die Durchführung eines zweiten Vorverfahrens geplant, gefolgt von einer weiteren Gebotsrunde gegen Jahresende. Es sind zusätzliche Förderrunden vorgesehen. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) hat für das Förderprogramm der Klimaschutzverträge einen mittleren zweistelligen Milliardenbetrag bereitgestellt, um den Innovationsstandort Deutschland nachhaltig zu stärken.

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