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8 April 2024

Die Forschungszulage ist ein attraktives steuerliches Förderinstrument, welches seit September 2020 in Deutschland beantragt werden kann. Der steuerliche Anreiz stärkt Deutschland als Innovationsstandort.

Auch bei einer vollständigen oder teilweisen Vergabe des Forschungsvorhabens an Dritte, kann die Forschungszulage beantragt werden.

Insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen (KMUs) ist die Forschungszulage sehr attraktiv, da für diese ein FuE-Vorhaben häufig ein höheres unternehmerisches Risiko darstellt und sie daher meist auf Auftragsforschung angewiesen sind.

Was ist Auftragsforschung?

Bei der Forschungszulage wird zwischen drei Arten der Forschung unterschieden:

  1. Eigenbetriebliche Forschung
  2. Auftragsforschung
  3. Kooperationsvorhaben

Auftragsforschung ist die Vergabe von FuE-Tätigkeiten an Dritte (Auftragnehmer), das können sowohl Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft als auch Hochschulen und nicht-universitäre Forschungseinrichtungen sein.

Sonstige nicht-zulagenfähige Aktivitäten werden als „Forschungstätigkeiten“ bezeichnet. Das ist auch der offiziell im Schreiben des Bundesministeriums für Finanzen (BMF) verwendete Begriff. Diese Art des Vorhabens zeichnet sich dadurch aus, dass die für die Forschungszulage erforderlichen Voraussetzungen des Risikos und der Ungewissheit nicht vorliegen. Aus Sicht eines mit einer konkreten Forschungsaufgabe beauftragten Unternehmens handelt es sich gerade darum. Während die Aufgabe für den Auftraggeber als zulagenfähige „Auftragsforschung“ im Sinne des Forschungszulagengesetzes (FZulG) eingestuft werden kann, ist die Tätigkeit für den Auftragnehmer als reine „Forschungstätigkeit“ anzusehen.

Insgesamt ist die Forschungszulage sehr themenoffen und grundsätzlich für Unternehmen aus allen Branchen verfügbar. Auch gilt, dass lediglich Unternehmen antragsberechtigt sind, die in Deutschland steuerpflichtig sind und einen Sitz, eine Betriebsstätte oder eine Niederlassung haben.

Auch ein „Anreizeffekt“ wird im BMF-Schreiben als Voraussetzung für die Forschungszulage ausdrücklich genannt. Das heißt, dass das Forschungsvorhaben erst durch die finanzielle Unterstützung der Forschungszulage ermöglicht wurde, und es ohne diese nicht durchgeführt worden wäre. Es steht dem „Mitnahme-Effekt“ gegenüber, bei dem ein Unternehmen über ausreichend finanzielle Ressourcen verfügt, um das Forschungsvorhaben eigenständig durchzuführen und die Forschungszulage lediglich als einen zusätzlichen Bonus „mitnimmt“.

Als weitere Voraussetzung gilt, dass ein gewisses Risiko des Scheiterns bei der Durchführung des Forschungsvorhabens vorhanden sein muss. Das bedeutet, dass Unsicherheiten in Bezug auf das Endergebnis bestehen müssen.

Außerdem muss die Investitionsentscheidung eigenständig vom auftraggebenden Unternehmen (Auftraggeber) getroffen werden.

Bei der Auftragsforschung ist zudem zu beachten, dass der Auftragnehmer sich im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) befinden muss, damit die Kosten berücksichtigt werden können.

Wer ist antragsberechtigt?

Antragsberechtigt sind Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft. Hochschulen, Universitäten oder nicht-universitäre Forschungseinrichtungen sind von der Förderung ausgeschlossen.

Einzelunternehmer, Personengesellschaften, bis hin zu Kapitalgesellschaften sind antragsberechtigt. Start-ups und KMUs werden besonders zur Antragsstellung ermutigt.

Wie viel erhält man bei der Forschungszulage und bei der Auftragsforschung?

Die Forschungszulage ermöglicht es Unternehmen, bis zu 1 Million Euro pro Jahr zu erhalten – ab 2024 sogar bis zu 2,5 Millionen Euro.

Im Falle von Auftragsforschung können für vor dem 28. März 2024 in Auftrag gegebene FuE-Vorhaben bis zu 60% des an den Auftragnehmer gezahlten Entgelts und für ab dem 28. März 2024 in Auftrag gegebene FuE-Vorhaben bis zu 70% des an den Auftragnehmer gezahlten Entgelts gefördert werden. Ein nennenswerter Vorteil der Auftragsforschung im Vergleich zur eigenbetrieblichen Forschung ist die vereinfachte Geltendmachung der FuE-Vorhaben.

Im Falle von eigenbetrieblicher Forschung können Personalkosten für FuE-Tätigkeiten vollständig bis zur gesetzlichen Grenze in Höhe von 10 Millionen Euro pro Jahr gefördert werden. Die ursprünglich Höchstsumme von 2 Millionen Euro wurde als Antwort auf die Krise Anfang 2020 auf 4 Millionen verdoppelt und nach dem 27. März 2024 auf 10 Mio. Euro erhöht. Förderfähig sind demnach alle FuE-Ausgaben, die nachdem 01.06.2020 und entstehen.

Aktuelle Informationen und die Möglichkeit zur Antragstellung finden Sie auf unserer Expertise-Seite der Forschungszulage.

Wie beantragt man die Forschungszulage?

Die Antragsstellung der Forschungszulage erfolgt in zwei Schritten. Im ersten Schritt wird ein Antrag bei der Bescheinigungsstelle Forschungszulage (BSFZ) eingereicht – vollständig elektronisch.

Im zweiten Schritt erfolgt dann der Antrag auf Festsetzung der Forschungszulage beim jeweils zuständigen Finanzamt.

Gerne unterstützen wir Sie bei der Antragsstellung der Forschungszulage sowie vieler weiterer Fördermittelprogramme. Unsere Experten finden ein für Sie geeignetes branchenspezifisches Förderprogramm für Ihr Projekt und ermöglichen Ihnen so die Verwirklichung innovativer Ideen. Wir freuen uns, Ihnen weiterhelfen zu können.

Julien Acs

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